KLAUS-KUHNKE-INSTITUT
für Populäre Musik

S[æ]itenanschläge
Das Onlinemagazin des KKI
(seit 2022)





Fundstück des Monats aus dem KKI-Archiv _ November 2022



"Jazz und alte Musik" (Vortrag mit Musikbeispielen, Vinylplatte, Telefunken 1957)

In Zeiten des Internets sind musikbezogene Erklärvideos oder -podcasts omnipräsent. Das war in den 1950er Jahren noch ganz anders. Damals lieferten neben Büchern und Zeitschriften vor allem Radiosendungen musikrelevante Informationen. In einigen wenigen Fällen waren es Schallplatten, auf denen Musik erklärt wurde.

Ein Beispiel dafür ist diese 10-Zoll-Vinylplatte mit dem Titel „Jazz und alte Musik“, die einen Vortrag mit Musikbeispielen enthält. Sie ist 1957 in der Aula der Hamburger Schule am Mittelweg aufgenommen und im selben Jahr auf dem Label Telefunken veröffentlicht worden. Die beiden Vortragenden sind der Jazzjournalist/-publizist Joachim-Ernst Berendt und der Musikwissenschaftler Dr. Joachim Tröller, ein Experte für Alte Musik. Die Musikbeispiele stammen vom Wolfgang Lauth Quartett, einem Jazzquartett um den Pianisten Wolfgang Lauth, mit Werner Pöhlert an der halbakustischen E-Gitarre, Peter Trunk am Kontrabass und Joe Hackbarth am Schlagzeug. Eine namenlose „Schülerin der Musikhochschule Mannheim“ liefert die improvisierten Cembalo-Passagen.

Die Live-Aufnahme bietet „mit ihren knapp 40 Minuten einen Ausschnitt aus einer zweistündigen Veranstaltung“, bei der auch „Lichtbilder“ gezeigt wurden, welche auf der Platte aber selbstverständlich nicht zu sehen sind. Mit dieser Veranstaltung tourten die beiden Vortragenden und die Musiker:in damals durch deutsche Universitäten und Schulen – und zwar mit der Intention, sowohl Jazz als auch alte Musik (zu der Zeit noch klein geschrieben) der Bevölkerung näher zu bringen. Freilich standen die Gemeinsamkeiten der beiden Musiktraditionen dabei im Vordergrund: Improvisation, Bassmotivik, Geistlich-Weltliche Volksmelodien, durchgehender Rhythmus, tonale Kolorierungspraxis etc.

Allerdings legen die beiden Vortragenden Wert darauf, dass es nicht darum gehe, die jeweils andere Musiktradition mit dem Aufzeigen der Parallelen zu rechtfertigen oder künstlerisch aufzuwerten. Vielmehr sollen musikhistorische und musikanalytische Fakten geliefert werden, um ein besseres Verständnis von Jazz sowie alter Musik zu befördern.

Das Wolfgang Lauth Quartett spielt fünf Stücke, die man heutzutage dem sog. Cool Jazz zuordnen würde, darunter zwei Kompositionen von Wolfgang Lauth selbst sowie jeweils eine von Fats Waller, Meade Lux Lewis und John Lewis. Neben den kurzen Passagen, in denen die Cembalo-Studentin die Generalbass-Spielpraxis demonstriert, wird auch ein Hörbeispiel präsentiert, das einen Mitschnitt aus dem Gottesdienst einer afro-amerikanischen Gemeinde in Harlem/New York erklingen lässt.

Der gesamte Vortrag ist im zeittypischen, pathetisch-übertonten Sprechstil der 1950er Jahre gehalten und verwendet viele Male das N-Wort, um die afro-amerikanischen Anteile der Jazztradition zu kontextualisieren. Das mag in unseren Ohren unangemessen klingen, entsprach jedoch dem Zeitgeist und lässt an keiner Stelle abwertendes bzw. rassistisches Gedankengut erkennen. Im Gegenteil: Es geht gerade darum, die Bedeutung des Beitrags von Afro-Amerikaner:innen für die Entwicklung des Jazz zu würdigen. Insofern handelt es sich bei diesem hörenswerten Zeitdokument um ein frühes Beispiel für sog. interkulturelle Musikvermittlung.


Fundstück des Monats aus dem KKI-Archiv _ Oktober 2022



Frank Wonneberg: "Red Zappa. 1967-1993. On Vinyl Behind the Iron Curtain. Frank Zappa and the Mothers of Invention. A Real Discography"
(Limitierter Fake-Kunst-Kalender, Eigenverlag: 2019, Serie Z, Nr. 43/100)

Frank Wonneberg bewegt sich seit Jahrzehnten zwischen den Künsten Musik, Graphik und Literatur. Aus einer ostdeutschen Musikerfamilie stammend erlernte er zunächst das Handwerk des Schriftsetzers, studierte dann Musikwissenschaft sowie Kulturgeschichte und arbeitete viele Jahre als Graphiker in der Verlagswelt, wo er Zeitschriften mitgestaltete, und im Musikbusiness für Plattenlabels, Musikveranstalter sowie Rockbands, für die er Plattencovers und Plakate entwarf. Zwischenzeitlich betrieb er außerdem einen Mailorder für Vinylschallplatten und brachte eine Zeitschrift namens "Living Vinyl" heraus. Mit seinem "Vinyl-Lexikon" trat er im Jahr 2000 erstmals als Buchautor in Erscheinung. Es folgten weitere überarbeitete Auflagen seines Schallplatten-Standardwerkes sowie das Buch "Grand Zappa" (2010) über den US-amerikanischen Musiker Frank Zappa (1940-1993).

Im Jahr 2019 publiziert Wonneberg dann einen limitierten Fake-Kunst-Kalender, der sich ebenfalls mit Frank Zappa auseinandersetzt. Darin bildet er die Covers von Vinylplatten ab, die der sagenumwobene Musiker angeblich hinter dem "Eisernen Vorhang" veröffentlichen konnte. Wonneberg fabuliert von "unbekannten Tonträgern aus dem ehemaligen Ostblock" bzw. von "raren Lizenzausgaben kommunistischer Schallplattenfirmen", die in einem mysteriösen Pappkarton aus dem Nachlass des schweizerischen Sammlers Beat Rupp verpackt gewesen und im Archiv der Varèse-Zappa-Gesellschaft in Basel gelagert worden seien. Wonneberg habe 2018 das Archiv besucht und dabei diese Platten zufällig entdeckt.

Die fiktive Story ist im Kalender ausgeführt und mit allerlei Details gespickt, welche sie realistisch erscheinen lassen. Dennoch handelt es sich um ein amüsantes Spiel mit der Wahrheit, das allerdings Eingeweihte und Zappa-Kenner als Fantasie bzw. Sammler-Traum des Künstlers entlarven können. Mit einem neorealistischen Ansatz "faksimiliert" Wonneberg "ein knappes Dutzend überaus seltener […] Langspielplatten sowie eine Single". Neben dem jeweiligen Frontcover wird auch die A-Seite des Tonträgers gezeigt. Die Bildunterschriften beinhalten Angaben zum Erscheinungsjahr, der Katalognummer, zum Ursprungsland und der Plattenfirma in der jeweiligen Landessprache. Zudem gibt es die Matrizennummer, die Angaben zur Originalaufzeichnung bzw. zum Lack-Umschnitt, zum Hersteller, zur Quelle der Tonaufzeichnung, zum Medien-Format, zur Vinylqualität, Grammatur und zum Prädikat aus Sicht des Sammlers. Alles erfunden natürlich!

Angeblich seien die abgebildeten Zappa-Platten in Albanien, Bulgarien, China, Kuba, der Tschechoslowakei, in Ostdeutschland, Ungarn, Nordkorea, Polen, Rumänien, der Sowjetunion und in Jugoslawien erschienen. Entsprechende Monopol-Labels wie Amiga, Supraphon oder Balkanton hätten die Vinyls mit staatlicher Genehmigung unters Volk gebracht. Und tatsächlich wirkt die Illusion durch Wonnebergs täuschend echte Nachbildungen der Label-Designs und -Ästhetiken. Nur Muttersprachler bzw. Fachleute erkennen kleine Fehlerchen bei den landestypischen Schreibweisen. Da Frank Zappa mehr als zwölf Alben veröffentlicht hat, musste Wonneberg eine Auswahl treffen, die einen Querschnitt durch Zappas Werk liefert. In jedem Falle ist das Original wiederzuerkennen, wenngleich es verfremdet dargestellt ist. Hier paart sich gelungenes Kunsthandwerk, Sachkenntnis und verschmitzter Humor. Eine Freude – nicht nur, aber vor allem für Zappa-Fans.


Fundstück des Monats aus dem KKI-Archiv _ September 2022



Stephan Heimbecher: "Maxell Mini-Lexikon Rock, Pop, Hip Hop & Co"
(Sonderausgabe für die Maxell Deutschland GmbH in Meerbusch, München: Compact Verlag 1999)

Beurteile niemals ein Buch nach seinem Einband. Oder: Never judge a book by its cover. Mit diesem internationalen Sprichwort im Hinterkopf soll dieses Mal ein Blick in ein kleinformatiges Werbe- bzw. Kundengeschenk der Firma Maxell gewagt werden. Das weltweit operierende Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Japan und diverse Niederlassungen im Ausland, unter anderem in Deutschland. Zu den Produktlinien zähl(t)en Batterien und Speichermedien wie Kassetten, Tonbänder, Disketten, Videobänder, CD- und DVD-Rohlinge, aber auch iPod-Zubehör sowie Fernbedienungen, Mikrofone, Kopfhörer, Soundbars und Beamer. Maxell ist wiederum ein Tochterunternehmen von Hitachi, einem Global Player und internationalem Technik-Mischkonzern mit Wurzeln in Japan.

Offenbar hat Maxell vor der Jahrtausendwende den deutschen Compact Verlag damit beauftragt, ein außergewöhnliches Präsent für Kunden und Geschäftspartner im deutschsprachigen Raum zu produzieren, das handlich ist und Fakten zur Populären Musik in geraffter Form bereithält. Auf immerhin 255 Seiten werden Musiker:innen und Bands von ABBA bis ZZ Top aufgelistet und mit kurzen Einträgen beschrieben. Dazwischen finden sich prägnante Informationen zu musikalischen Termini, bspw. zu Begriffen wie A Capella oder Disco. Querverweise ordnen zudem einzelne Künstler:innen entsprechenden Bands zu, bspw. Kurt Cobain zu Nirvana oder Steve Nicks zu Fleetwood Mac.

Stilistisch hält das Büchlein, was es verspricht: Es behandelt den Mainstream Rock und Pop der 1960er bis 1990er Jahre und wartet darüber hinaus auf mit vereinzelten Einträgen zu Hip-Hop-Künstler:innen wie Grandmaster Flash and the Furious Five, Salt'n'Pepa oder Run D.M.C.. Besonders häufig vertreten sind Künstler:innen, die in den 1990er Jahren die Charts dominiert haben. Wie üblich in derartigen Lexika, werden in erster Linie US-amerikanische und britische Artists vorgestellt. Man findet jedoch auch Einträge zu deutschen Musiker:innen und Formationen, bspw. zu Nena, Udo Lindenberg oder den Fantastischen Vier.

Obwohl man beim Durchblättern auf viele berühmte Namen stößt, lassen sich hin und wieder auch einige weniger bekannte Sänger:innen oder Gruppen (wieder-)entdecken. Können Sie sich bspw. noch an Pat Benatar erinnern? Dazu kann man nachlesen: "Pat Benatar (Patricia Andrzejewski, * 10.1.52) startete 1975 zunächst als Cabaretperformerin, bevor sie 1978 auf Rock umstellte. Fortan lieferte die Sängerin mit der angerauhten [sic!] Stimme mit Songs wie Fire And Ice (1981), Shadows Of The Night (1982) und Love Is A Battlefield (1984) zahlreiche Hits ab" (S. 25).

Das Cover des Miniatur-Lexikons ist eine graphische Katastrophe und nichts für Leute mit Sehschwäche (man kann nur vermuten, welche Band und welcher Solo-Gitarrist darauf abgebildet sind). Zudem ist die Schreibweise des Buchtitels grammatisch falsch. Auch der Text selbst weist einige orthographische Fehler auf (vergleiche das Zitat oben) – und das, obwohl drei Redakteure namentlich angegeben sind. Ein liebloses Erscheinungsbild also, hinter dem sich aber ein erstaunlich informationsdichtes Nachschlagewerk(chen) verbirgt, das nur zwei Daumen breit und hoch ist.


Fundstück des Monats aus dem KKI-Archiv _ August 2022



Peter Sempel: "Nina Hagen. Punk + Glory"
(DVD, CreArtive Film, Neuer Director’s Cut 2005)

Wer eine konventionelle Musik-Dokumentation im Stile einer Künstlerinnen-Biografie erwartet, wird von diesem selbstbetitelten „Musikfilm“ enttäuscht sein. Die aus der DDR stammende Musikerin Nina Hagen, die heute weltweite Verehrung genießt, wird vielmehr in avantgardistischen Bewegtbildern präsentiert. Der australisch-deutsche Filmemacher Peter Sempel veröffentlichte sein experimentelles „Portrait in Collageform“ (so der Hüllentext) erstmals 1999. Im Jahr 2005 hat er dann einen neuen Director’s Cut herausgebracht, um den es an dieser Stelle geht.

Der Film beginnt damit, die Vielseitigkeit der Künstlerin herauszustellen. Nina Hagen singt traditionelle indische Ragas, italienische Opernarien und französische Chansons. Neben ihrer Muttersprache Deutsch spricht sie über weite Strecken auf Englisch in die Kamera. Das polyglotte Setting wird durch Szenen in New York, Paris, Hamburg und Delhi verstärkt, um nur einige Drehorte zu nennen. Über einen Zeitraum von 20 Jahren hat der Filmemacher die berühmte Exzentrikerin begleitet, die sich immerzu im Performance-Modus zu befinden scheint.

Ständig schneidet sie Grimassen, spielt mit den vielfältigen Ausdrucksweisen ihres beeindruckenden Stimmumfangs, läuft ziellos hin und her, äußert esoterische Sentenzen wie „I’m jewish-indian-buddha-voodoo“ und bewegt sich lasziv in figurbetonten Outfits. Der Umstand, dass sie im Verlauf des Films mit schwarzen, grünen, blonden, roten sowie rosafarbenen Haaren bzw. Perücken zu sehen ist und dabei stets stark geschminkt und schmuckbehangen auftritt, unterstreicht ihr permanentes Bedürfnis nach Rollenwechseln und großen theatralischen Gesten.

Obwohl sie oft und lange in Nahaufnahmen zu beobachten ist und sie dabei einigermaßen frei und ungezwungen wirkt, hat man dennoch den Eindruck, nicht hinter ihre Fassade blicken zu können, also eigentlich wenig über sie zu erfahren. Es hat den Anschein, als wäre sie in ihrem neurotischen Image gefangen, als müsste sie es um jeden Preis bedienen, um interessant zu bleiben, ungreifbar, entrückt. Selbst in vermeintlich intimen Szenen, in denen sie sich verletztlich gibt, etwa wenn sie auf dem Boden sitzend Schuberts Ave Maria unbegleitet und mit zittriger Stimme ins Dunkel haucht, ist ihr unbedingter Wille zur Inszinierung spürbar. Auf die Frage des Filmemachers, was denn ihre Lieblingsoper sei, antwortet sie nur lakonisch: „the opera of my life“.

Zwar ist Nina Hagen für ihren opernhaften Gesang bekannt, gleichwohl hat sie sich den Nimbus der „Godmother of Punk“ erworben. Auf diesen globalen Ruhm scheint der Titel des Films anzuspielen („Punk + Glory“). Es kommen einige Stars aus der internationalen Musik- und Filmwelt zu Wort, die sie rühmen. Neben Udo Lindenberg und Otto Waalkes sind beispielsweise Wim Wenders, Anthony Kiedis (Sänger der Red Hot Chili Peppers) oder Lemmy Kilmister (Frontmann von Motörhead) voll des Lobes für die unangepasste Frau, welche sie für ihre kompromisslose Kunst und ihr gesellschaftspolitisches Engagement schätzen.

Auffällig ist jedoch, dass sie allesamt ihre Attraktivität erwähnen. Offenbart sich hier eventuell ein männlicher Blick auf die „feministische Revolutionärin“ (Udo Lindenberg), nicht zuletzt weil ein Mann den Film gemacht hat? Vielleicht in Teilen. Vordergründig bleibt aber der Respekt für ihre Bühnenpräsenz, ihren Witz und ihre spielerische Art im Umgang mit Geschlechterrollen. Insofern verwundert es nicht, dass auch einige begeisterte O-Töne aus der transsexuellen Community zu vernehmen sind.

Der Film verzichtet auf ein genuines Narrativ, einen roten Faden. Es bleibt der/dem Zuschauer:in überlassen, sich eine Meinung zu bilden. So gibt es zum Beispiel einige Szenen, in denen Nina Hagen in ihrem privaten Zuhause mit ihren Kindern Cosma Shiva und Otis zu erleben ist. Dabei irritiert es mitunter wie sie vor der Kamera posiert, während im Hintergrund ihre Kinder gelangweilt warten müssen. Die Ästhetik des Films ist jedoch auf kurze persönliche Eindrücke ausgerichtet, die angereichert werden mit Landschafts- und Straßenszenen, Bildern von Tieren und vorbeiziehenden Menschen. Es geht um das Dazwischen, um Übergänge und Uneindeutiges. Wenn man es sich einfach machen will, könnte man behaupten, es sei eben ein Kunstfilm. Er endet jedenfalls mit dem vielsagenden Ausspruch seiner Protagonistin: „Ich benutz' das alles als Spiel“.

Nichtsdestotrotz erfährt man etwas über Nina Hagen, was eine herkömmliche Dokumentation in dieser Form wahrscheinlich nicht herausgearbeitet hätte. Nämlich wie breit das Spektrum ihres künstlerischen Schaffens tatsächlich ist; dass Nina Hagen weit mehr ist als eine Vorreiterin der Punk-Bewegung. Dezente Anspielungen auf singende Schauspielerinnen wie Zarah Leander, Marlene Dietrich und ihre eigene Mutter Eva-Maria Hagen stehen neben musikstilistischen Verweisen auf Funk, Disco, Rap und Oper sowie auf die gesamte Rockgeschichte. Der minimalistische Soundtrack des Films bildet den Klangteppich für viele extravagente Beispiele aus Nina Hagens musikalischem Œuvre, die ergänzt werden durch nicht weniger spezielle Musikeinspielungen von Bands wie den Einstürzenden Neubauten, Yello oder Tulip, die singende Tulpe.


Fundstück des Monats aus dem KKI-Archiv _ Juli 2022



"Black Europe. The Sounds and Images of Black People in Europe pre-1927",
Compilation Box, Deluxe Edition mit 2 Hardcover-Büchern und 45 CDs, hrsg. von Jeffrey Green, Rainer E. Lotz & Howard Rye, unter Mitwirkung diverser Autor:innen, limitierte Auflage: Nr. 251 von 500, Holste: Bear Family Records 2013.

Manche Publikationen verursachen bewunderndes Kopfschütteln. Staunend betrachtet man sie und fragt sich, wer auf die irrsinnige Idee für so ein Mammutprojekt gekommen ist und dann auch noch den Schneid hatte, es in die Tat umzusetzen. Zumal für wen? Wer kauft ein derartiges Special-Interest-Objekt mit 7 Kilogramm Gewicht für einen stolzen Ladenpreis von 2000 Euro?

Respekt gebührt in erster Linie Rainer E. Lotz, dem in Fachkreisen bekannten deutschen Musiksammler und Privatforscher, der gemeinsam mit einigen Mitstreiter:innen eine Deluxe Box mit sage und schreibe 600 Buchseiten (2 x 300), 1244 Tracks auf 45 CDs (Gesamtspielzeit knapp 57 Stunden) sowie 2000 farbige Abbildungen (Fotografien, Plakate und Filmszenen) zusammengetragen und ausgewertet hat. Das bei Bremen ansässige Plattenlabel Bear Family Records hat das ökonomische Risiko getragen und die extrem aufwändig gestaltete Sammler:innen-Box herausgebracht – und zwar mit einer limitierten Stückzahl von nur 500 Exemplaren!

Zielgruppe für diese mit ethnologischem Feinsinn zusammengestellte Kollektion sind sicherlich große Bibliotheken, Archive und Museen gewesen. Da alle Texte in englischer Sprache verfasst worden sind, richtet sich „Black Europe“ von vornherein an ein internationales Fachpublikum.

Neben der Materialdichte besteht die Besonderheit dieser großartig kuratierten Box in der historischen Eingrenzung auf die Zeit vor 1927. Die berechtigte Frage, warum gerade diese zeitliche Beschränkung, ist schnell beantwortet: Um 1927 herum wurde das vollelektrische Mikrofon erfunden, mit dem fortan die meisten Schallaufnahmen gemacht worden.

Inhaltlich beschäftigt sich dieses Pionierprojekt mit schwarzen Frauen und Männern, das heißt Menschen mit afrikanischen Wurzeln, deren Einfluss auf die Entwicklung der modernen Massenmedien (vor allem in Europa) lange Zeit übersehen worden ist. Dabei war diese marginalisierte Gruppe von Anfang an maßgeblich beteiligt bei der Entstehung der Tonträger- und Film-Industrie und wurde auf Phonographen-Zylindern, Grammophon-Platten und in den ersten Filmen (sowie in den noch jungen Printmedien) vermarktet – zumeist mit einem exotisierenden und/oder erotisierenden Impetus. „Black Europe“ zeigt anhand von mehr als 100 individuellen Biographien wie afrikanisch-stämmige Menschen um die Jahrhundertwende die Anfänge des europäischen Entertainments geprägt haben und unter welchen rassistischen Klischees sie zu leiden hatten.

Weitere Infos zur Box findet man unter diesem Link: http://black-europe.com


Fundstück des Monats aus dem KKI-Archiv _ Juni 2022



Trilok Gurtu: "Usfret" (Vinyl-Platte, CMP Records: 1988)

Der indischstämmige Perkussionist, Schlagzeuger und Sänger Trilok Gurtu lebt seit vielen Jahren in Hamburg. Sein musikalischer Lebensweg hat ihn jedoch um den gesamten Erdball geführt. Unzählige Kooperationen mit Künstler*innen wie Angelique Kidjo, Salif Keita, Neneh Cherry, John McLaughlin, Joe Zawinul, Pat Metheny, Dave Holland oder Jan Garbarek belegen seine stilistische Offenheit.

1988 veröffentlichte er seine Debüt-Platte „Usfret“ beim deutschen Label Creative Music Productions (CMP) Records. Hier definierte er erstmals seine Version von sog. World Music. Neben seiner Mutter Shobha Gurtu, einer bekannten Sängerin der klassischen indischen Musiktradition, wirken auch große Namen aus dem Jazzkontext mit, die sich ebenfalls mit regionalen Spielarten von World Music auseinandergesetzt haben: z.B. der Trompeter Don Cherry, der Gitarrist Ralph Towner oder der Bassist Jonas Hellborg.

Starken Einfluss auf die Platte hatte der aus Bremen stammende Produzent Walter Quintus, der die Aufnahmen musikalisch mitgestaltete. Das markante Plattencover bzw. Artwork verantwortete der Hamburger Graphikdesigner Ulf von Kanitz, der zum Haus-und-Hof-Graphiker des CMP-Labels avancierte. Bei CMP veröffentlichten viele (internationale) Jazzstars wie bspw. Joachim Kühn, Christof Lauer, Dave Liebman, Richie Beirach oder der Cream-Bassist Jack Bruce.


Fundstück des Monats aus dem KKI-Archiv _ Mai 2022



SCHALL. Musikmagazin, Nr. 17, 3 [Sommer] / 2019 (Zeitschrift aus Berlin mit 226 Seiten)

Musikbezogene Magazine sind seit jeher spannende Medienformate. Zwangsläufig filtern sie die unüberschaubare Menge an Bands und Solokünstler:innen, stellen einzelne vor, besprechen deren Veröffentlichungen sowie Konzerte, gestalten visuelle Äquivalente und schreiben im wahrsten Wortsinne (vorläufige) Musikgeschichte(n). Solche Zeitschriften haben stets den Spagat zwischen Kunst und Kommerz zu meistern, denn sie sind auf Bemusterungen von Musikfirmen (in erster Linie Major Labels) bzw. Werbekunden angewiesen, deren Produkte sie aber möglichst neutral rezensieren wollen und dabei auch noch einen eigenen künstlerischen Stil bzw. eine spezifische ästhetische Haltung erkennen lassen möchten. Eigentlich kaum machbar.

Da der Markt für Populäre Musik so unglaublich groß geworden und von niemandem mehr zu überblicken ist, ist seit Jahrzehnten eine Segmentierung zu beobachten. Früher deckten Musikperiodika wie bspw. der Rolling Stone, der New Musical Express oder die Sounds ein breites musikalisches Spektrum ab. Heutzutage ist das in der Regel anders. Da beschränkt man sich zumeist auf einzelne Musikstilistiken bzw. -genres.

Eine seltene Ausnahme bildet das in Berlin produzierte Magazin "SCHALL.", denn es tritt mit dem Impetus in Erscheinung, möglichst viele Bereiche Populärer Musik zu repräsentieren. Nicht von ungefähr nimmt das Blatt Bezug auf den wertfreien Schall-Begriff, der mit physikalischer Sachlichkeit die sich wellenförmig ausbreitenden Schwingungen umschreibt, welche vom menschlichen Gehör wahrgenommen werden können. Auch was den Umfang und das Text-Bild-Verhältnis angeht, beweist das Magazin Mut zum Nonkonformismus: Viel Text auf 226 Seiten sind wahrlich ungewöhnlich in diesen Tagen. Im Grunde könnte man sogar von einem Buch bzw. einer Buchreihe sprechen, wäre da nicht die Selbstbetitelung als Musikmagazin.

Treibender Kopf dahinter ist der Musikjournalist Christian Hentschel und ein Team von Musikredakteuren - alle männlich übrigens. Nichtsdestotrotz kommen Frauen zu ihrem Recht, sei es als Beitragsschreiberinnen, Graphikerinnen oder Musikerinnen, die präsentiert werden. Kein Herrenmagazin also, in dem es vorrangig um maskulinie Rockattitüde geht - obwohl die schon auch zu finden ist, z.B. in Beiträgen über die Bands Helloween oder Michael Schenkers Fest.

Neben diesem Gender-Faktum fällt auf, dass viel deutschsprachige Musik verhandelt wird (z.B. Ulla Meinecke oder Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen). Auch österreichische (z.B. Rainhard Fendrich oder das Duo Seiler und Speer) und schweizer Acts (z.B. Selbstbedienung) werden beleuchtet. Sogar bekannte DDR-Formationen wie die Puhdys oder Stern-Combo Meisen finden Würdigung - und das im Jahr 2019!

Stilistisch steht zwar aktuelle Rock- und Popmusik im Vordergrund - der deutschen Stoner-/Psychedelic-Rock-Band Kadavar wird die siebenseitige Titelstory gewidmet -, aber auch Elektronische Tanzmusik, Punk, Metal, Soul, Blues, Jazz und sogar Neue Musik werden thematisiert. Eine solche Vielfalt wirkt belebend und lässt die Leser:innen über den eigenen Tellerrand schauen.

Das Magazin wurde 2015 gegründet. Mittlerweile (Stand: Juni 2022) ist man bei Ausgabe 26 angekommen und es bleibt zu hoffen, dass "SCHALL." noch viele Jahre bestehen kann auf dem hartumkämpften Printmedien-Markt. Die Webpräsenz des vierteljährlich erscheinenden Musikmagazins gibt es hier zu finden: https://www.schallmagazin.de



Frühere Publikationsprojekte (Auswahl)




Manfred Miller: Um Blues und Groove. Afroamerikanische Musik im 20. Jahrhundert, Dreieich: Heupferd Musik 2017.
Das Opus Magnum des 2021 verstorbenen Mitbegründers unserer Institution. Eine großangelegte Erzählung von den Ursprüngen und Entwicklungen der Populären Musik des vergangenen Jahrhunderts, in der afroamerikanische Protagonisten und der Blues im Zentrum stehen. Sozialgeschichtsschreibung, musikalische und vor allem textliche Analyse sind in dieser Publikation aufs Engste verknüpft.




Ulrich Duve: "Das war eine richtige Umwälzung. Ulrich Duve, Geschäftsführer Klaus-Kuhnke-Archiv, Bremen", in: Plattenkisten. Exkursionen in die Vinylkultur", hrsg. von Jörn Morisse & Felix Gebhard, Mainz: Ventil 2015, S. 153-161.
Der ehemalige und langjährige Leiter unseres Archivs berichtet über den Kontext unserer Institution und erzählt aus dem Nähkästchen, vor allem mit Bezug zur großen Plattensammlung. Die angesprochene Umwälzung im Titel seines Interview-Beitrags war die Sendung "Roll over Beethoven" der drei Archivgründer, welche "eins der ersten Rundfunkformate in Deutschland war, das nicht nur Popmusik abspielte, sondern mit Politik mischte und den sozialgeschichtlichen Hintergrund der Musik nicht ausklammerte". Geschmackvolle Fotos aus dem Archiv gibt's obendrauf.




1) Ulrich Duve: "Die Datenbank des Klaus-Kuhnke-Archivs - mehr als nur ein Bestandskatalog" (S. 107-114),
2) Peter Schulze: "Die Musik kommt aus der Steckdose, aber wie kommt sie da hinein? Physische Archive in Zeiten der Entmaterialisierung von Tonträgern und öffentlichen Budgets. Fragen über Fragen" (S. 115-122),
3) Nico Thom: "Aktuelle Prozesse der Kanonbildung in multimedialen Magazinen Populärer Musik" (S. 65-82),
alle drei Beiträge in: Populäre Musik und kulturelles Gedächtnis. Geschichtsschreibung - Archiv - Internet, hrsg. von Martin Pfleiderer, Köln/Weimar/Wien: Böhlau 2011.

Der Archivgründer Peter Schulze erklärt in seinem Beitrag physische Musikarchive zum unverzichtbaren Back-up des Internets bzw. digitalen Zeitalters. Ulrich Duve stellt den Online-Katalog unseres Archivs vor und macht klar, dass er mehr kann als einzelne Titel ausspucken; man kann damit nämlich auch Diskographien erstellen. Nico Thom schildert die vielschichtigen, multimedialen Kanoniserungsprozesse von Musikmagazinen. Ganz nebenbei wird so das erste, historische Aufeinandertreffen der drei KKI-Mitglieder dokumentiert, die sich 2010 bei einer Tagung in Eisenach begegnet sind, aus der dieser Tagungsband hervorgegangen ist.




Ulrich Duve: "Von Johann Strauß bis zu den Sex Pistols. Das Klaus-Kuhnke-Archiv für Populäre Musik", in: Im Zentrum: Musik. Die Hochschule für Künste Bremen in der Dechanatstraße, hrsg. von der Hochschule für Künste Bremen, Bremen: Verlag H.M. Hauschild 2006, S. 122-123.
Ulrich Duve liefert eine kompakte Darstellung unseres Archivs. Anlass für den Sammelband der HfK Bremen war der Neubau für den Fachbereich Musik im Zentrum der Stadt.




Manfred Miller & Peter Schulze (Hg.): Geschichte der Popmusik (Band 2). Die Radio Bremen Sendereihe roll over beethoven, Hambergen: Bear Family Records 1998.
Vielleicht das Herzstück unserer bisherigen Publikationsgeschichte. 1998 veröffentlichten die beiden verbliebenen Autoren - Klaus Kuhnke war zwischenzeitlich verstorben - die Sendemanuskripte des zweiten Teils der legendären Sendereihe "Roll over Beethoven", die in den achtziger Jahren produziert und ausgestrahlt worden ist. Durch die Kooperation mit Richard Weize bzw. Bear Family Records entstand eine aufwändig gestaltete und mit 52 CDs bestückte Box, die Ende der neunziger Jahre für sagenhafte 1.000 Mark zum Verkauf angeboten wurde. Die Nachfrage war jedenfalls da. Bis heute ist es ein begehrtes Sammler:innenstück, das quasi nebenbei Geschichte geschrieben hat - und zwar im doppelten Wortsinne.




DiscoGraphie, Heft 1-6 (1982-1985), hrsg. von Klaus Kuhnke & dem Archiv für Populäre Musik in Bremen.
Quasi in Eigenregie hat Klaus Kuhnke über drei Jahre hinweg eine kleine Sammlung von Diskographien publiziert. Jedes Heft (bzw. jede Monographie, da mit ISBN-Nummer versehen) hat einen Umfang von 48 Seiten. Kuhnke listet, wie für Diskographien üblich, Tonträger auf und liefert wichtige Informationen zu Plattenlabeln, Erscheinungsdaten, Matrizennummern etc. Auch etwas Kontextinformationen zu einzelnen Künstler:innen bzw. Bands werden von ihm mitgeliefert. Sogar Fotos und Graphiken finden sich in den Heften. Hier und da ist von einer sogenannten "Deutschen National-Discographie" die Rede... eine Idee, die den Archivgründern schon einige Zeit vorschwebte, die letztlich aber nur ansatzweise in die Tat umgesetzt werden konnte - unter anderem wegen des Todes von Klaus Kuhnke wenige Jahre später.




Anschläge. Zeitschrift des Archivs für Populäre Musik in Bremen, 7 Hefte (1978-1981).
Mit einer hauseigenen Zeitschrift, die im Zeitraum von vier Jahren sieben Ausgaben hervorbrachte (davon schon vier Ausgaben im ersten Jahr!), verwirklichten die drei Archivgründer ein ambitioniertes Publikationsprojekt. Dabei traten sie selbst als Redakteure und Autoren auf, neben weiteren Mitstreiter:innen. Es wurden größere und kleinere Beiträge, Interviews, Textanalysen, Platten- und Bücher-Rezensionen sowie Discographien und Bibliographien veröffentlicht, zum Teil bebildert. Ein historisches Zeugnis für politisch-bewegte und in der Sache engagierte Musikpublizistik auf der Grenze von Journalismus und Wissenschaft.




Klaus Kuhnke, Manfred Miller & Peter Schulze: Geschichte der Pop-Musik, Band 1 (bis 1947), Lilienthal/Bremen: Eres Edition & Archiv für Populäre Musik 1976.
Es handelt sich um die überarbeitete Neuauflage des bereits publizierten ersten Teils der Radiosendereihe "Roll over Beethoven", welcher sich inhaltlich mit Populärer Musik bis 1947 auseinandersetzte. Die erste Auflage war beim gleichen Verlag noch als lose Blattsammlung erschienen. Hier nun wählte man das Buchformat.




Bukka White: "Country Blues. Sparkasse in Concert", Bremen: Archiv für Populäre Musik 1975.
Die drei Archivgründer haben neben Zeitschriften und Büchern auch Platten herausgebracht; genau genommen zwei. Dies ist die erste Platte aus dem Gründungsjahr des Archivs. Sie präsentiert den US-amerikanischen Sänger/Gitarristen Bukka White und dessen traditionellen Mississippi-Blues. Der Musiker ist zu diesem Zeitpunkt hochbetagt und bereits mehrfach totgesagt worden (im wahrsten Sinne des Wortes!). Diese Aufnahme ist der Mitschnitt eines Konzertes in Bremen, das von der Bremer Sparkasse finanziert und in Zusammenarbeit mit Radio Bremen aufgezeichnet wurde. Peter Schulze fungierte als Aufnahmeleiter.




Wilfried Grimpe, Klaus Kuhnke, Hartmut Lück, Manfred Miller & Peter Schulze: Geschichte der Populären Musik. Band 1: Bis zum 19. Jahrhundert, Mit 48 Tonbeispielen, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1974.
Ein Kuriosum, diese Publikation. Mit einem enormen Entwicklungsaufwand sollte mit diesem Band eine auf sechs Bände angelegte Buchreihe entstehen, die auf ein neues Format setzte, nämlich das sogenannte "Phonobuch". Neben Text und Bilder sollte sich nun eine "dritte Dimension" gesellen, und zwar die Töne bzw. der Klang. Dafür wurde eigens ein kleines Gerät in Japan entwickelt, das es ermöglichte, die ins Buch integrierten Schallfolien abzuspielen. Man konnte das Gerät einfach auf die jeweilige Schallfolie aufsetzen und loshören. Eigentlich eine tolle Idee, nur leider viel zu teuer in der Produktion. Deshalb stellte der Verlag die Herstellung schon kurz nach dem Druck der ersten Exemplare ein, obwohl er diese bei der Frankfurter Buchmesse noch mit viel Pomp präsentiert hatte. Im Grunde hat dieses (Phono-)Buch nie den Buchmarkt erreicht, sodass die wenigen Exemplare, die es gibt, zu Raritäten geworden sind.




Klaus Kuhnke, Hartmut Lück, Manfred Miller, Tom Schroeder & Peter Schulze: Roll over Beethoven. Zur Geschichte der Populären Musik, Teil 1, Lilienthal/Bremen: Edition Eres 1973.
Die erste Publikation, an der - neben weiteren Personen - alle drei Archivgründer (Kuhnke, Miller & Schulze) mitwirkten. Sie basierte auf der Sendereihe "Roll over Beethoven" bei Radio Bremen (später auch beim NDR und WDR). Aufgrund des Erfolgs der Radiosendung, die ab 1973 ausgestrahlt wurde, entstand schon im gleichen Jahr eine lose Blattsammlung mit Sendemanuskripten, die von den Hörer:innen bei der Sendestation bestellt werden konnte.